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Farchant
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Farchant ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Gemeinde liegt an der Loisach in der Region Zugspitzland im Werdenfelser Land und wurde zwischen den Jahren 791 bis 802 das erste Mal urkundlich erwĂ€hnt.cite-ref-urkunde-2-0[2] Farchant ist ĂŒberwiegend vom Tourismus und der Landwirtschaft geprĂ€gt. Im Jahre 2009 betrug die Einwohnerzahl 3688 Personen.cite-ref-lanstat-3-0[3] Die Landeshauptstadt MĂŒnchen liegt in nördlicher Richtung etwa 80 Kilometer entfernt.
Contents
âą Geographie
âą Lage
âą Geschichte
âą Politik
âą Gemeinderat
âą BĂŒrgermeister
âą Wappen
âą Kultur
âą Bauwerke
⹠BodendenkmÀler
âą Natur
⹠Frickenhöhle
âą Wirtschaft
âą StraĂenverkehr
âą Bildung
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
âą Anmerkungen
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Geographie
Lage
Das Gemeindegebiet erstreckt sich ĂŒber 25,76 kmÂČ. Die gröĂte Ausdehnung in Ost-West-Richtung betrĂ€gt etwa 11 km, in Nord-SĂŒd-Richtung etwa 4 km. Die Gemeindegrenze hat eine LĂ€nge von 28 km.cite-ref-geodat-4-0[4]
Der Hauptort liegt auf koordinaten-hauptort-farchant47° 31âČ 51âł N, 11° 6âČ 40âł O47.53083333333311.111111111111.cite-ref-blsd2010-5-0[5] Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist mit einer 2033 m ĂŒ. NHN der Gipfel des Bischofs im Estergebirge. Das Ortszentrum befindet sich in 672 m und der tiefste Punkt von Farchant ist auf einer Höhe von 655 m an der Stelle, an der die Loisach aus dem Gemeindegebiet austritt.cite-ref-geodat-4-1[4] In Farchant gilt wie in ganz Deutschland die MitteleuropĂ€ische Zeit, wobei die mittlere Ortszeit etwa um 15 min zurĂŒckbleibt.cite-ref-time-6-0[Anm. 1]
Das bedeutendste GewĂ€sser in Farchant ist die Loisach. Westlich der Loisach, die das Gemeindegebiet von SĂŒd nach Nord durchflieĂt, liegt auch das Hauptsiedlungsgebiet der Gemeinde. Im Osten entspringt einer steilen Felswand am Hohen Fricken die Kuhflucht. Der Gebirgsbach stĂŒrzt mit wilden Kaskaden ins Tal und mĂŒndet nördlich von Farchant in die Loisach. Zu beachten ist noch der Ronetsbach, der am Nordwestende von Farchant seinen Ursprung hat und zwischen Farchant und Oberau in die Loisach flieĂt.cite-ref-geodat-4-2[4] Der letzte Abschnitt des Ronetsbach charakterisierte ĂŒber Hunderte von Jahren die Grenze zwischen Bayern und der Grafschaft Werdenfels. An der oberen AlpspitzstraĂe entspringt der Dorfbach, der das Dorf von SĂŒden nach Norden durchflieĂt. Dieser war zu frĂŒheren Zeiten die Lebensgrundlage des Ortes, er wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg kanalisiert und ĂŒberbaut. Im Zuge des RĂŒckbaus der BundesstraĂe 2 konnte ein StĂŒck im Unterdorf renaturiert werden.
Ausdehnung und Nachbargemeinden
Die westliche Grenze der Gemarkung Farchant bildet in den Ammergauer Alpen der Gipfel des GroĂen Zunderkopf (1895 m), der BrĂŒnstleskopf (1814 m) und der Schafkopf mit (1380 m). Vom Schafkopf zieht die Grenze ĂŒber den Heuberg in nordöstlicher Richtung ins Tal, wendet sich dann nach Osten ins Estergebirge ab und dem Gipfel des Bischofs zu. Von diesen dann nach SĂŒden weiter zum Hohen Fricken (1940 m) und zu einem Nebengipfel des Wanks (Farchanter Kreuz, 1749 m). Ab dort fĂŒhrt die Grenze nach Westen wieder hinab ins Loisachtal und weiter durch den Lahnewiesgraben zurĂŒck zum GroĂen Zunderkopf.cite-ref-geodat-4-3[4]
Die Gemeinde ist von zwei anderen Gemeinden sowie einem gemeindefreien Gebiet umgeben, die alle wie Farchant dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zugehören. SĂŒdlich und östlich an das Gemeindegebiet grenzt Garmisch-Partenkirchen. Das Zentrum von Garmisch-Partenkirchen ist von Farchant vier Kilometer entfernt. Im Westen ist das Gemeindefreie Gebiet Ettaler Forst und im Norden Oberau die Nachbarn.
Gemeindegliederung
Es gibt zwei Gemeindeteile: Farchant und MĂŒhldörfl.cite-ref-7[6]cite-ref-8[7] Den Ă€ltesten Gemeindeteil von Farchant bildet das Unterdorf, das nördlich der jetzigen BahnhofstraĂe und der GrĂŒnflĂ€che des Gerns liegt. Um der Kirche herum entstand das sogenannte Kirchdörfl und an der jetzigen AlpspitzstraĂe das Oberdorf. Etwas auĂerhalb, als einziger Gemeindeteil östlich der Loisach bildete sich an der MĂŒhle das MĂŒhldörfl. 1948 wurde der Gemeindeteil Siedlung am Farchanter Gröben aus der Gemeinde Farchant ausgegliedert und der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen zugeordnet.cite-ref-9[8]
Im Laufe der Zeit wurden auch andere Bereiche besiedelt, wie die westlich des Unterdorfes liegenden, sogenannten Lachen (feuchte Wiesen), das im Nordosten, jetzt an der Partenkirchner StraĂe liegende Nachfeld sowie die Föhrenheide. In der Föhrenheide entstand ein Siedlungsprojekt fĂŒr Heimatvertriebene. Aus heutiger Sicht besteht Farchant eher aus einem homogenen Siedlungskörper mit jeweils einem Gewerbegebiet am Nord- und SĂŒdende.
Geschichte
â
Hauptartikel
:
Geschichte Farchants
ArchÀologische Funde
Auf dem Spielleitenköpfl bei Farchant wurden im September 1994 Keramikbruch, Bronzefibeln, BronzegussstĂŒcke, EisengerĂ€t und verbrannte sowie unverbrannte Knochen gefunden. Diese FundstĂŒcke konnten der Hallstattzeit 600 v. Chr. zugeordnet werden. Es ist der erste archĂ€ologische Fund aus dieser Zeit im Werdenfelser Land. Nach Amei Lang ist darauf zu schlieĂen, dass es sich um einen Brandopferplatz handelt. Ebenfalls fand man in der NĂ€he des heutigen Friedhofes eine Pferdchenfibel, sie wird auf die FrĂŒhlatĂšnezeit, ca. 450â300 v. Chr. datiert. Die Gegend um Farchant kann als direkte Kontaktzone zwischen Kelten und RĂ€tern angenommen werden. Das unterstreichen auch die FundstĂŒcke, die einerseits aus dem inneralpinen Raum, aber auch aus der sĂŒdbayerische Region stammen. Die Pferdchenfibel muss man den Kelten zuordnen.cite-ref-forch4-4-10-0[9] Bei einer Grabung 2009 fand man keramische Scherben, die von GefĂ€Ăen der jĂŒngeren Bronzezeit stammen. Diese FundstĂŒcke sind auf ca. 1700 v. Chr. bis 1500 v. Chr. zu datieren.cite-ref-forch16-9-11-0[10]
Germanisierung und erste urkundliche ErwÀhnung
Um 600 n. Chr. entstanden im Loisachtal an der zumindest noch in TeilstĂŒcken gut befahrenen RömerstraĂe Via Raetia im Auftrag des bayerischen Herzogs Tassilo I. neue bayerische Ortschaften. Darunter befand sich auch Farchant, das die ersten Siedler nach dem vorherrschenden Landschaftsbild Forchheida (Föhrenheide) nannten. Etwa zwei Kilometer sĂŒdlich von Farchant ist noch eine zweite Siedlung, mit dem Namen Aschau, gegrĂŒndet worden. Die ersten GrĂŒnder des Ortes (etwa ein halbes Dutzend Familien) hausten in einfachen BlockhĂ€usern und waren mit hoher Wahrscheinlichkeit Heiden. Man muss davon ausgehen, dass diese neuen Siedlungen direkt dem Herzog unterstanden.cite-ref-3f-4-12-0[11]cite-ref-forch12-3-13-0[12] Bei dem Bau der Eisenbahnlinie von MĂŒnchen nach Garmisch fanden die Bauarbeiter im Jahr 1889 im Bereich des heutigen Bahnhofs in Farchant etwa 20 ReihengrĂ€ber aus der Zeit um 650. Die heidnischen Grabbeilagen sind bis heute verschollen.cite-ref-forch10-13-14-0[13]
Um 750 bekehrten irische und schottische Mönche das Oberland zum Christentum. Es wird vermutet, dass auch in dieser Zeit eine Holzkirche in Forchheida errichtet wurde und sie eine alte heidnischen KultstÀtte ersetzte.cite-ref-3f-4-12-1[11]
Bei der ersten schriftlichen ErwĂ€hnung von Farchant handelt es sich um eine Notiz aus den Jahren 791 bis 802 in einer Streitsache zwischen Graf Irminher aus dem Tiroler Inntal und Bischof Atto von Freising.cite-ref-urkunde-2-1[2] In dieser Notiz ĂŒberlĂ€sst Graf Irminher aus dem Tiroler Inntal dem Bischof Atto von Freising das Anrecht an der Kirche.cite-ref-3f-4-12-2[11]
Unter Freisinger Herrschaft bis zur selbstÀndigen Gemeinde
1294 dehnt der Freisinger Bischof Emicho durch KĂ€ufe die Macht des Hochstifts Freising im Loisachtal entscheidend aus. Die Freisinger fassten ihre gesamten BesitztĂŒmer zur Grafschaft Werdenfels zusammen, die damit das gröĂte Teilterritorium des Hochstifts Freising war.cite-ref-3f-7-15-0[14] Zu der Grafschaft Werdenfels gehörte auch Farchant, bis zu ihrer Auflösung durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803, danach kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
1494 verlegte man das komplette Dorf Aschau mit seinen 13 Höfen nach Farchant. Ăber die GrĂŒnde kann nur spekuliert werden, wahrscheinlich war das Absinken oder das Ausbleiben von Quellwasser dafĂŒr verantwortlich.cite-ref-3f-16-16-0[15]
Einwohnerentwicklung
siehe auch den Abschnitt Entwicklung der Einwohnerzahl im Artikel Geschichte Farchants
Wie oben beschrieben ist anzunehmen, dass es sich bei den ersten Siedlern von Farchant um etwa ein halbes Dutzend Familien handelte, also etwa 50 Personen.cite-ref-3f-4-12-3[11] Anhand einer Steuertabelle aus dem Jahre 1546 kann man sich ein erstes genaueres Bild von Farchant machen, mit 38 vorkommenden Haushalten ist auf eine Bevölkerungszahl von etwa 200 Personen zu schlieĂen.cite-ref-3f-26-17-0[16] Die im Auftrag der Regierung aus Freising durchgefĂŒhrten VolkszĂ€hlung kam 1624 in Farchant auf 64 Haushalte mit 347 Einwohnern. Farchant war damit der viertgröĂte Ort in der Grafschaft Werdenfels.cite-ref-3f-65-18-0[17] Die Steuertabelle aus dem Jahre 1730 fĂŒhrt interessante statistische Einzelheiten auf: In 65 HĂ€usern sind genau 71 Haushalte, oder 350 Einwohner untergebracht. Davon werden 66 Mann als wehrfĂ€hig und 87 Personen als steuerpflichtig beschrieben.cite-ref-3f-138-19-0[18]
Eine VolkszĂ€hlung 1840 ergab 360, bei der folgenden, 31 Jahre spĂ€ter, wurden nur 327 Einwohner gezĂ€hlt. Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung erstmals ĂŒber 400, so dass 1900 442 Einwohner gezĂ€hlt wurden. Zwischen den beiden Weltkriegen verdreifachte sich diese Zahl, 1925 lebten 734 Einwohner in Farchant und 1939 1237. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl stetig von 1941 (1950) Einwohner bis 3757 Einwohner im Jahre 2000. Bei der letzten Erhebung 2009 wurden mit 3688 Einwohnern 69 Personen weniger gezĂ€hlt als neun Jahre zuvor.cite-ref-lanstat-3-1[3]
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3222 auf 3634 um 412 Einwohner bzw. um 12,8 %.
Politik
Gemeinderat
Gemeinderatswahl am 15. MĂ€rz 2020
%
60
50
40
30
20
10
0
53,3 %
21,6 %
25,0 %
CSU
SPD
FW
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
nicht
FW Bayern
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
| Partei / WĂ€hlergemeinschaft | Partei / WĂ€hlergemeinschaft | 2020 | 2014 [ 19 ] | 2008 [ 20 ] | 2002 [ 21 ] | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | | |
| CSU | Christlich-Soziale Union in Bayern | 53,36 | 9 | 41,4 | 7 | 39,5 | 6 | 50,7 | 8 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 21,63 | 3 | 28,7 | 4 | 18,9 | 3 | 9,2 | 1 |
| FW | Freie WĂ€hlergemeinschaft (nicht FW Bayern ) | 25,01 | 4 | 29,9 | 5 | 41,6 | 7 | 40,1 | 7 |
| gesamt | gesamt | 100,00 | 16 | 100,0 | 16 | 100,0 | 16 | 100,0 | 16 |
| Wahlbeteiligung | Wahlbeteiligung | 60,47 % | 60,47 % | 58,0 % | 58,0 % | 67,7 % | 67,7 % | 70,7 % | 70,7 % |
BĂŒrgermeister
Erster BĂŒrgermeister ist seit 2020 Christian Hornsteiner (CSU). Bei der Kommunalwahl am 15. MĂ€rz 2020 wurde er mit 91,02 % der Stimmen gewĂ€hlt.
Wappen
Kultur
Bauwerke
Siehe auch
:
Liste der BaudenkmÀler in Farchant
Auch wenn die VerĂ€nderung des historischen Ortskerns von Farchant schon weit fortgeschritten ist, gibt es immer noch viele HĂ€user, die sich noch weitgehend im ursprĂŒnglichen Zustand befinden, siehe die Karte rechts.cite-ref-forch6-30-25-0[24] Die meisten dieser HĂ€user stehen unter Denkmalschutz, darunter
âą die Pfarrkirche St. Andreas
âą das Pfarrhaus
âą das Rathaus
Die anderen BaudenkmĂ€ler sind zum gröĂten Teil noch genutzte oder ehemalige Bauernhöfe und Getreidespeicher.
BodendenkmÀler
â
Hauptartikel
:
Liste der BodendenkmÀler in Farchant
Laut dem Bayerischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege gibt es in der Gemarkung Farchant mehrere BodendenkmĂ€ler.cite-ref-bayview-26-0[25] Herauszuheben wĂ€ren:
⹠Der keltische Brandopferplatz auf dem Spielleitenköpfl aus der spÀten Hallstattzeit mit der Denkmalnummer D-1-8432-0032.
âą Die Schanzanlagen aus der frĂŒhen Neuzeit an der ehemaligen Grenze zwischen Werdenfels und Bayern im Norden von Farchant mit den Denkmalnummern D-1-8432-0008 und D-1-8432-0009.
Folgende BodendenkmÀler sind nicht mehr sichtbar:
⹠Die untertÀgigen mittelalterlichen und neuzeitlichen Teile der Kath. Pfarrkirche St. Andreas (D-1-8432-0039).
âą Die KörpergrĂ€ber aus dem frĂŒhen Mittelalter (D-1-8432-0007).
âą Die StraĂe der römischen Kaiserzeit (D-1-8432-0011), ein Zweig der Via Claudia Augusta.
Brauchtum, Sport und Freizeit
Ein fester Bestandteil der Brauchtumspflege in Farchant ist der 1913 gegrĂŒndete Volkstrachtenverein Farchant, dieser ging aus der Theatergesellschaft, dem Maibaumverein und dem Schuhplattlerverein hervor. Die Theaterabende und Heimatabende im KurgĂ€stesaal sowie die Waldfeste im Kuhfluchtwald sind feste Bestandteile im Veranstaltungskalender von Farchant. Alle vier Jahre stellt der Trachtenverein in Farchant auch einen Maibaum auf. DarĂŒber hinaus gibt es noch folgende Vereine die das Brauchtum in Farchant bewahren: Krieger- und Veteranenverein Farchant, Verein der Freiwilligen Feuerwehr Farchant, Musikkapelle Farchant, Trommlerzug Farchant, Heimatverein Forcheida, Johanni-Verein Farchant, Fingerhaklerverein Farchant, SchĂŒtzengesellschaft Kuhflucht und der Spar- und Stopselclub Farchant.cite-ref-far1-27-0[26] Besonderes Augenmerk verdient der Maschkerastammtisch Farchant, dieser Verein unterstĂŒtzt zur Faschingszeit das jĂ€hrliche Maschkeratreiben (Maschkera heiĂt Maskierter). Besonders am âUnsinnigen Donnerstagâ sind auf den StraĂen und in den GaststĂ€tten von Farchant âSchellenrĂŒhrerâ, âJackelschurzerâ und âUntersberger Mandlâ zu finden die maskiert mit sehr individuellen Holzlarven den Winter austreiben.cite-ref-masch-28-0[27]
Der gröĂte Verein in Farchant ist mit mehr als 1200 Mitgliedern der 1949 gegrĂŒndete Turn- und Sportverein Farchant. Der TSV ist in sechs Abteilungen organisiert: JugendfuĂball, FuĂball, Sportkegeln, Eisstock, Ski und Gymnastik.cite-ref-tsv-29-0[28] Die Motorradfreunde haben beim 2003 gegrĂŒndeten Motorradsportverein Farchant ein Zuhause gefunden.cite-ref-msv-30-0[29] Das Vereinsleben in Farchant erweitern noch der Briefmarkensammlerverein Philatelia, der Obst- und Gartenbauverein Farchant, der Eisstockclub Farchant sowie die Wasserwacht Farchant.
Eine GemeindebĂŒcherei ist in den RĂ€umen der Tourist-Information untergebracht. Der aus Kinder- und JugendbĂŒchern, SachbĂŒchern und Romanen bestehende Medienstand betrĂ€gt 3500 BĂŒcher.cite-ref-far2-31-0[30] Als Sport und Freizeiteinrichtungen stehen noch das Sportzentrum âFöhrenheideâ, der Skilift âAm Riedâ und das Warmfreibad âWerdenfelsâ zur VerfĂŒgung.cite-ref-far3-32-0[31] Im Kuhfluchtwald gibt es einen Walderlebnispfad sowie ein Kneippbecken.cite-ref-far4-33-0[32] Die Umgebung von Farchant kann man im Sommer auf zahlreichen Wanderwegen ĂŒber Wiesen und in den angrenzenden Bergen, im Winter auf gespurten Loipen erkunden.cite-ref-far5-34-0[33]
Natur
KuhfluchtwasserfÀlle
Die KuhfluchtwasserfÀlle sind eine Gruppe von drei WasserfÀllen oberhalb von Farchant am Westhang des Hohen Fricken. Die drei Fallstufen summieren sich auf ca. 270 m und gehören somit zu den höchsten in Deutschland.
Frickenhöhle
Die Frickenhöhle liegt auf halber Höhe auf 1258 m am Westhang des Hohen Fricken. Die Höhle ist als Abstecher auf dem steilen Steig zum Hohen Fricken von Farchant aus in etwa 13â4 Stunden zu erreichen. Der erforschte Teil der Höhle ist ca. 2800 m lang und weist einen Höhenunterschied von etwa 60 m auf.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Es gab 2009 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 223, im Bereich Handel und Verkehr 229 und im Bereich öffentliche und private Dienstleister 136 sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 71 Personen sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt. Sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte am Wohnort gab es insgesamt 1248.cite-ref-baystat9-35-0[34] Im verarbeitenden Gewerbe, sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, mit mehr als 20 BeschĂ€ftigten gab es 2009 einen Betrieb. 2010 gab es im Bauhauptgewerbe 13 Betriebe mit insgesamt 62 BeschĂ€ftigten und einem Gesamtumsatz von 4,513 Mio. âŹ.cite-ref-baystat14-36-0[35]
Im Jahre 2007 gab es 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten FlĂ€che von mehr als 2 ha. Der Viehbestand lag bei 348 Rindern (144 MilchkĂŒhe), 425 Schafe, 23 Pferde und 276 HĂŒhner.cite-ref-baystat13-37-0[36] Diese Betriebe bewirtschafteten eine GesamtflĂ€che von 461 ha (17,9 % der GebietsflĂ€che von Farchant). 1.667 ha (64,7 %) waren 2009 Waldgebiete.cite-ref-baystat12-38-0[37]
2009 gab es in Farchant 16 Beherbergungsbetriebe (mit mindestens neun GĂ€stebetten) mit insgesamt 417 Betten. Es wurden 28.062 Ăbernachtungen gezĂ€hlt und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 4,2 Tage. Die kleineren Beherbergungsbetriebe konnten bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 8,6 Tagen 46.968 GĂ€steĂŒbernachtungen vorweisen.cite-ref-baystat15-39-0[38]
Ăffentliche Verkehrsmittel
Eisenbahnverkehr
Am 12. Dezember 2010 wurde auf der Bahnstrecke MĂŒnchenâGarmisch-Partenkirchen die Bahnstation Farchant wiedereröffnet, in der seit 1984 keine ZĂŒge mehr gehalten hatten.cite-ref-far6-40-0[39] Den Reisenden bieten sich nun stĂŒndlich Fahrtmöglichkeiten von und nach MĂŒnchen und Garmisch-Partenkirchen â Mittenwald â Innsbruck sowie nach Reutte in Tirol und weiter nach Kempten/AllgĂ€u. Im Lastverkehr (morgens und am spĂ€ten Nachmittag) besteht sogar ein halbstĂŒndlicher Taktverkehr nach bzw. von MĂŒnchen Hbf.
Busverkehr
Farchant ist mit drei Haltestellen und den Linien 4 und 5 an das Ortsbusnetz von Garmisch-Partenkirchen angebunden.cite-ref-gap-41-0[40] Eine Haltestelle der Linie 9606 des Regionalverkehr Oberbayern verbindet Farchant mit dem regionalen Busnetz. Die Busse verkehren im Stundentakt in Richtung Garmisch-Partenkirchen und FĂŒssen.cite-ref-rvo-42-0[41]
StraĂenverkehr
Am 27. Mai 2000 wurde der 2,4 Kilometer lange Farchanter Tunnel eröffnet, dieses Bauwerk ist Teil der BundesstraĂe 2 (B2-neu) und einer Ortsumgehung von Farchant die zur Entlastung des tĂ€glichen Durchgangsverkehrs dient, der zuvor die Anwohner massiv belastete.cite-ref-far7-43-0[42]
Bildung
Im Ort Farchant gibt es eine Volksschule, ein SonderpĂ€dagogisches Förderzentrum und zwei KindergĂ€rten. Die Volksschule Farchant besitzt eine Grundschule (1. bis 4. Klasse) mit 127 SchĂŒler(inne)n und eine Hauptschule (5. und 6. Klasse) mit 50 SchĂŒlern (Stand 2011).cite-ref-vs-44-0[43] Das SonderpĂ€dagogische Förderzentrum Christopherusschule besitzt Klassen im Bereich der Förderschwerpunkte âLernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklungâ und âgeistige Entwicklungâ sowie eine âSchulvorbereitende Einrichtungâ.cite-ref-cs-45-0[44] Der TrĂ€ger der KindergĂ€rten ist die Katholische Kirchenstiftung St. Andreas Farchant. Der Kindergarten St. Andreas ist fĂŒr drei Gruppen, der Kindergarten St. Florian fĂŒr eine Gruppe angelegt.cite-ref-kg1-46-0[45]cite-ref-kg2-47-0[46]
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter von Farchant
âą Rosina Krin, * um 1558 in Farchant, â 1590 in Garmisch, wurde beschuldigt, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, und auf dem Scheiterhaufen verbrannt (â Hexenverfolgung).
âą Robert Sterflinger, * 1964 in Farchant, deutscher Eishockeyspieler.
Persönlichkeiten, die in Farchant gewirkt haben
âą Caspar PoiĂl von Atzenzell, ab 1583 Pfleger in der Grafschaft Werdenfels, begann Hexenprozesse in Farchant
âą Joseph Alois Daisenberger, * 1799 in Oberau, â 1883 in Oberammergau, deutscher katholischer Pfarrer, Spielleiter und Textdichter der Oberammergauer Passionsspiele, war in Farchant Pfarrergehilfe.
âą Josef Ruederer, * 1861 in MĂŒnchen, â 1915 ebenda, deutscher Schriftsteller, war in Farchant wohnhaft.
âą Friedrich Vollmer, * 1867 in Fingscheid, â 1923 in Farchant, deutscher Klassischer Philologe.
âą Levin Ludwig SchĂŒcking, * 1878 in Steinfurt, â 1964 in Farchant, deutscher Anglist und Shakespeareforscher. Seit 1944 in Farchant wohnhaft gewesen.
âą Matthias Föcher, * 1886 in Köln, â 1967 in Farchant, deutscher Gewerkschafter und Politiker.
âą Heinz-Werner Geisenberger, * 1945 in Garmisch-Partenkirchen, Autor und Regisseur, verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Farchant. Er lebt und arbeitet heute in Duisburg.
âą Conny Glogger, * 1956 in GĂŒnzburg, Schauspielerin und Radiomoderatorin, in Farchant aufgewachsen und wohnhaft.
âą Joseph âPeppiâ HeiĂ, * 1963 in Garmisch-Partenkirchen, Eishockeytorwart und Trainer, war in seiner Kindheit und Jugend in Farchant wohnhaft.
Literatur
⹠Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. Selbstverlag, Farchant 1979.
⹠Heimatverein forcheida e.V. (Hrsg.): forcheida - BeitrÀge des Farchanter Heimatvereins. Selbstverlag, Farchant.
Weblinks
Commons
: Farchant
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Farchant
â ReisefĂŒhrer
âą Gemeinde Farchant
âą Farchant: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Statistik (PDF; 1,24 MB)
âą Literatur von und ĂŒber Farchant im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen â Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern â Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-urkunde-22. â Andreas Liebl:Ăberlegungen zur ersten schriftlichen ErwĂ€hnung von Farchant. In: forcheida. Heft 13, 2007, S. 3-6.
cite-note-lanstat-33. â GENESIS-Online. Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 1. Mai 2011.
cite-note-geodat-44. â BayernViewer. Bayerische Staatsregierung, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 8. April 2015; abgerufen am 9. Mai 2011.
cite-note-blsd2010-55. â Statistik Farchant 2010. (PDF) Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 9. Mai 2011.
cite-note-76. â Gemeinde Farchant in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. September 2019.
cite-note-87. â Gemeinde Farchant, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium fĂŒr Digitales, abgerufen am 18. Dezember 2021.
cite-note-98. â Dieter Albrecht (1927â1999): Grafschaft Werdenfels. Komm. fĂŒr Bayerische Landesgeschichte, 1955, S. 30.
cite-note-forch4-4-109. â Amei Lang:Die eisenzeitliche KultstĂ€tte auf dem Spielleitenköpfl bei Farchant. In: forcheida. Heft 4, 1995, S. 4-12.
cite-note-forch16-9-1110. â Amei Lang/Heiner Schwarzenberg:Die hallstattzeitliche Brandopferplatz auf dem Spielleitenköpfl bei Farchant. In: forcheida. Heft 16, 2010, S. 9-13.
cite-note-3f-4-1211. â Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 4.
cite-note-forch12-3-1312. â Siegfried Walther:Die UrsprĂŒnge von Farchant und Aschau. In: forcheida. Heft 12, 2006, S. 3-12.
cite-note-forch10-13-1413. â Josef Brandner:Farchanter Heimatlexikon - ReihengrĂ€ber. In: forcheida. Heft 10, 2003, S. 13.
cite-note-3f-7-1514. â Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 7.
cite-note-3f-16-1615. â Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 16.
cite-note-3f-26-1716. â Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 25â26.
cite-note-3f-65-1817. â Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 65.
cite-note-3f-138-1918. â Josef Brandner: Farchanter Drei-Föhren-Chronik. S. 138.
cite-note-wahl-2014-202. Ergebnis der Kommunalwahl 2014
cite-note-wahl-2008-213. Ergebnis der Kommunalwahl 2008
cite-note-wahl-2002-224. Ergebnis der Kommunalwahl 2002
cite-note-wappen-235. Wappen von Farchant in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
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cite-note-kg2-4746. â Kindergarten St. Florian. Erzbistum MĂŒnchen und Freising, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 6. Juli 2013; abgerufen am 2. Mai 2011.
Anmerkungen
cite-note-time-6Anm. 1. â Die Abweichung wurde berechnet nach dem LĂ€ngengrad von Farchant und einen Zeitunterschied pro LĂ€ngengrad zum Bezugsmeridian des 15. LĂ€ngengrades von vier Minuten.